Shimabara – ein geschichtsträchtiger Ort

Shimabara Town

Die Stadt Shimabara – ein geschichtsträchtiger Ort, liegt am Fuss von Mount Unzen in der Präfektur Nagasaki. Der Mount Unzen ist ein Vulkan, der bei einer Eruption 1792 ca. 15’000 Opfer forderte. Bei einem erneuten Ausbruch 1991 kamen 43 Menschen in einem pyroplastischen Strom um.

shimabara-3

Shimabara Castle

Hier fand eine der grössten Schlachten Japan’s (Aufstand von Shimabara) statt. Das gemeine Volk lehnte sich gegen die Obrigkeit auf, das endete tragisch. Es lohnt sich, diese Geschichte nachzulesen

shimabara-4

Shimabara Aufstand

Beim Shimabara Aufstand erhoben sich japanische Bauern, die meisten von ihnen Christen, gegen das Tokugawa Shogunat in den Jahren 1637-1638.
Die Rebellion brach am 17. Dezember 1637 aus. Der Hauptgrund hatte weniger mit ihrem Christentum zu tun, sondern mit der hohen Steuerlast, die ihnen aufgebürdet wurde.
Der Aufstand umfasste bis 23’000 Bauern und Ronin (herrenlose Samurai), es waren viele Frauen darunter. Angeführt wurden sie von Amakusa Shiro (auch Masuda Tokisada genannt).

Der Gouverneur von Nagasaki sandte eine Armee von 3’000 Samurai nach Amakusa, aber diese wurde am 27. Dezember 1637 vernichtend geschlagen mit 2’800 Toten. Der Gouverneur verlangte Verstärkung vom Shogunat. Die Rebellen mussten sich nach anschliessenden Kämpfen, mit etwa 1’000 Gefallenen ihrerseits, nach Shimabara zurückziehen.
Sie besetzten das Shimabara Schloss und übernahmen die Festung Hara.
Die Shogunatstruppen begannen die Festung mit Artillerie zu beschiessen, dies hatte aber nicht den gewünschten Effekt.

Eine immer grössere Armee vom Shogunat belagerte die Festung während Monaten und erlitt dabei grosse Verluste. Am 3. Februar 1638 erfolgte ein überraschender Gegenangriff der Rebellen, bei dem 2’000 Samurai fielen.
In der Festung gingen aber langsam Munition und Proviant aus.

Im März wuchs die Shogunat’s Armee auf 200’000 Soldaten aus. Sie standen 30’000 Rebellen gegenüber.
Am 12. April 1638 erfolgte dann der Sturm auf Hara. In erbitterten Kämpfen verlor die Armee ca. 10’000 Soldaten, ehe sie am 15. April 1638 durch ihre Uebermacht den Sieg errang.
Gefangene wurden keine gemacht. Sämtliche Ueberlebende wurden enthauptet.

Amakusa Shiro’s Kopf wurde nach Nagasaki gebracht, und dort zur Schau gestellt. Die Festung Hara wurde zerstört.

Das Shogunat vermutete westliche Katholiken hinter der Rebellion. In der Folge wurden portugiesische Händler aus dem Land gewiesen. Ein bereits existierendes Verbot des Christentums wurde verstärkt. Die Christen konnten in der Folge nur im Versteckten überleben.

Von jener Zeit bis 1860 gab es keine grössere Schlachten mehr in Japan. Während den nächsten 10 Generationen der Edo Periode kämpften die meisten Samurai nie in einer Schlacht.

ruinen-schloss-hara
Ruinen von Schloss Hara
MINOLTA DIGITAL CAMERA
Im Garten von Schloss Shimabara
%d Bloggern gefällt das: